MENA-Compliance-Leitfaden für Outbound-Calling-Teams
Ein praktischer Leitfaden zu den Vorschriften für ausgehende Anrufe in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Ägypten und Jordanien.
Die Einhaltung der Vorschriften für ausgehende Anrufe im Nahen Osten ist uneinheitlich, unterliegt ständigen Veränderungen und ist oft schlecht dokumentiert. Jedes Land hat seine eigene Regulierungsbehörde, eigene Regelungen zum Schutz vor unerwünschten Anrufen, eigene Anrufzeiten und eigene Einwilligungserfordernisse. Dieser Leitfaden erklärt Ihnen, was Sie wissen müssen, um in den vier wichtigsten MENA-Märkten die Vorschriften einzuhalten.
VAE — TDRA (Regulierungsbehörde für Telekommunikation und digitale Regierung)
Die VAE bieten das ausgereifteste regulatorische Umfeld in der MENA-Region für ausgehende Telefonate.
Besuchszeiten: Sonntag bis Donnerstag, 9:00 bis 18:00 Uhr Ortszeit. Freitags, samstags und an Feiertagen keine Anrufe, es sei denn, der Kunde hat ausdrücklich der Kontaktaufnahme am Wochenende zugestimmt.
Nicht anrufen (DNC): Die TDRA führt ein nationales Register für unerwünschte Anrufe (DNC-Register). Nummern auf dieser Liste dürfen nicht angerufen werden. Das Register wird regelmäßig aktualisiert – Ihr System muss mindestens täglich synchronisiert werden.
Zustimmung: Für alle ausgehenden Marketinganrufe ist Ihre vorherige Einwilligung erforderlich. Diese Einwilligung ist gemäß den TDRA-Richtlinien maximal zwei Jahre gültig. Sie muss dokumentiert werden und folgende Angaben enthalten: URL, unter der die Einwilligung erteilt wurde, IP-Adresse, Browserkennung und Zeitstempel.
Anrufer-ID: Die Rufnummer (CLI) muss eine verifizierte Nummer des anrufenden Unternehmens sein. Rufnummernmanipulation (CLI-Spoofing) ist illegal und wird konsequent verfolgt.
Strafen: Verstöße können mit Geldstrafen von bis zu 10 Millionen AED und dem Entzug der Lizenz geahndet werden.
Saudi-Arabien — CITC (Kommission für Kommunikation, Raumfahrt und Technologie)
Besuchszeiten: Sonntag bis Donnerstag, 9:00 bis 21:00 Uhr Ortszeit. Etwas längeres Zeitfenster als in den VAE.
Bitte nicht anrufen: CITC führt ein DNC-Register. Darüber hinaus haben Einzelpersonen gemäß dem saudischen Datenschutzgesetz (PDPL) jederzeit das Recht, dem Erhalt von Marketingmitteilungen zu widersprechen.
Zustimmung: Gemäß PDPL ist eine ausdrückliche und informierte Einwilligung erforderlich. Der Einwilligungsmechanismus muss den Zweck der Datenerhebung und die Art der Mitteilungen, die die betroffene Person erhalten wird, klar darlegen.
Sprache: Marketingmaterialien und Offenlegungspflichten müssen in arabischer Sprache verfügbar sein. Wird das Gespräch auf Arabisch geführt, müssen auch alle Compliance-Offenlegungen in arabischer Sprache erfolgen.
Ägypten — NTRA (Nationale Telekommunikationsregulierungsbehörde)
Besuchszeiten: Sonntag bis Donnerstag, 9:00 bis 21:00 Uhr Ortszeit. In Ägypten gelten während des Ramadan außerdem Einschränkungen für Telefonate: Während der Fastenzeit sind keine ausgehenden Werbeanrufe erlaubt.
Bitte nicht anrufen: Die NTRA führt ein DNC-Register. Die Registrierung ist für Verbraucher kostenlos. Unternehmen müssen das Register vor jeder Kampagne überprüfen.
Zustimmung: Eine vorherige Einwilligung ist erforderlich. NTRA verlangt, dass die Einwilligung überprüfbar ist und dass der Verbraucher seine Einwilligung jederzeit durch einen einfachen Mechanismus widerrufen kann (z. B. durch Drücken einer Taste während des Anrufs oder durch Beantwortung einer SMS).
Jordanien – TRC (Telekommunikationsregulierungsbehörde)
Besuchszeiten: Sonntag bis Donnerstag, 9:00 bis 20:00 Uhr Ortszeit.
Bitte nicht anrufen: Die TRC führt ein Register, allerdings war die Durchsetzung der Vorschriften in der Vergangenheit weniger streng als in den VAE oder Saudi-Arabien. Dies ändert sich jedoch mit der zunehmenden Reife des regulatorischen Umfelds.
Zustimmung: Für Marketinganrufe erforderlich. Das jordanische Datenschutzgesetz verlangt eine eindeutige und spezifische Einwilligung.
Grenzüberschreitende Überlegungen
Wenn Ihr Team in mehreren MENA-Ländern tätig ist, erhöht sich die Komplexität:
- Zeitzonenmanagement: VAE (GMT+4), Saudi-Arabien (GMT+3), Ägypten (GMT+2), Jordanien (GMT+3). Eine einzelne Kampagne, die alle vier Märkte ansprechen soll, muss vier verschiedene Anruffenster berücksichtigen.
- DNC-Aggregation: Sie müssen jede Nummer mit allen relevanten DNC-Registern abgleichen. Eine in den VAE ansässige Nummer könnte im TDRA-Register erscheinen, selbst wenn die Kampagne auf Saudi-Arabien ausgerichtet ist.
- Zuständigkeit für Einwilligung: Eine in einem Land erteilte Einwilligung ist möglicherweise in einem anderen Land ungültig. Welche Einwilligungsregeln gelten beispielsweise, wenn sich ein Kunde auf einer Website der VAE registriert, aber eine Telefonnummer aus Saudi-Arabien besitzt?
Wie DialerBee damit umgeht
Die Compliance-Engine von DialerBee ist genau für diese Komplexität ausgelegt. Jeder ausgehende Anruf durchläuft eine Compliance-Prüfung, die Folgendes auswertet:
- DNC-Status — Überprüfung anhand aller relevanten Register für die Zielnummer
- Anrufzeiten — kennt die jeweiligen Rechtsordnungen und respektiert die Ortszeit des Ziellandes
- Gültigkeit der Einwilligung — prüft, ob eine Einwilligung vorliegt, ob diese noch gültig ist und ob sie den Kampagnentyp abdeckt.
- CLI-Besitz — überprüft, ob die Anrufer-ID dem jeweiligen Mieter und der jeweiligen Gerichtsbarkeit gehört und von diesem verifiziert wurde.
Das System kann so konfiguriert werden, dass es standardmäßig den Zugriff verweigert. Schlägt eine konfigurierte Prüfung fehl – oder tritt ein Fehler, ein Timeout oder eine unbekannte Regelversion auf – kann der Aufruf blockiert und protokolliert werden.
Compliance-Entscheidungen können mit Regelversion, Prüfreferenz und Kontext protokolliert werden, sofern die Prüfprotokollierung konfiguriert ist. Sollte eine Aufsichtsbehörde fragen: „Warum haben Sie diese Nummer zu dieser Uhrzeit angerufen?“, haben Sie die Antwort parat.
Compliance ist keine Option, sondern eine Pflicht. Integrieren Sie sie von Anfang an, sonst zahlen Sie später dafür.
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